Yang Luchan - Gründer oder Weiterentwickler des Tai Chi Chuan?Yang Chengfu Weiterentwickler des Tai Chi Chuan 3. Generation

Traditionelles Yang-Tai-Chi-Chuan von 1925

Neue Forschung zur Entwicklung des Taijiquan: Yang Banhou, Yang Chienhou, Yang Chengfu und das Traditionelle Tai Chi

Verbände, Schulen und Lehrende, die mit fragwürdigen Behauptungen auf Kundenfang gehen, gibt es zunehmend auch in Deutschland. Das Yang-Stil-Taijiquan wird häufig beworben mit Slogans wie "traditionelle Familien-Form". Gemeint ist damit oft die modernisierte Form von Yang Chengfu - genauer gesagt, die dritte und letzte Abänderung des Meisters kurz vor seinem recht frühen Tode 1936.

Doch ein solcher Werberummel fällt seinen Strategen zunehmend auf die Füße angesichts der Fülle von neuerer Forschung und der steigenden Zahl von Lehrenden, die wie der Dt. Taichi-Bund (DTB e. V.) mit einer offeneren Weltsicht arbeiten. Statt sich wie Glaubensgemeinschaften auf "gefühlte Fakten" zu stützen, zeigt ihnen ein einfacher Faktencheck, dass es sich weder um "traditionelles Tai Chi handelt noch dass die Familie Yang ein einheitliches Tai Chi betreibt oder gar lehrt!

Es wird angesichts dieses "Yang-Chengfu-Hypes" zu wenig berücksichtigt, dass es Fotos des "Frühen Yang Chengfu" von 1925 gibt, die weder im Einklang stehen mit seiner späteren Ausführung noch mit der Form, die gemeinhin als die älteste, belegbare Familienform angesehen wird. Dies ist die Yang-Shouchung-Form, die er in Hongkong lehrte und die auf Youtube publiziert wurde. Nachdem nun auch die originalen Fotos der ältesten Yang-Chengfu-Form mit einem Video publiziert sind, soll dies hier kommentiert werden.

Von wem hat Yang Chengfu diese Form gelernt? Infrage kommen sein Vater Yang Chienhou, sein Onkel Yang Banhou und sein älterer Bruder Yang Shaohou, der wohl von Yang Banhou lernte und ihm im Temperament ähnelte. Obwohl diese Frage wohl nicht zu beantworten ist, bleibt klar, dass es die Familienform sein muss. Dann stellt sich die nächste Frage, ob Yang Chengfu auf seinen frühen Fotos bereits etwas verändert hat oder nicht. Auch diese Frage lässt sich nicht beantworten. Damit im Zusammenhang steht, ob Yang Chengfu dabei noch dieselbe Wushu-Zielsetzung wie seine Vorfahren hatte. Denen ging es um Kampfkunst und um die Entwicklung der Inneren Kraft "Qi". Solche Übungen haten sich in form der "Nairiki" bekanntlich in  der japanischen Kampfkunst Jujutsu erhalten. Mehr zu deren Prinzipien www.shindo-yoshin-ryu.tai-chi-verband.de. Oder ging es auch dem frühen Yang Chengfu schon um Abgrenzung zum Shaolin, Kommerz und den Zeitgeist, der alles "äußere", aus dem Ausland stammende verdammen wollte?

Zu konstatieren ist eine beachtliche Komplexität, bei der mehrere Bereiche verwoben sind. Im Zentrum stehen die Zehn Prinzipien

 


 

 

 

 

Traditionelles Tai Chi Chuan / Traditional Tai Chi Chuan

Traditional Yang Style: Yang Chengfu Tai Chi ChuanDie lange Zeit geheimen Überlieferungen des traditionellen Yang-Stils bilden seit Yan Luchans Weiterentwicklung der im Chen-Dorf gelernten Kampfkunst-Anwendungen die Basis des Familien-Tradition. Als dann noch die im Besitz der Wu-Familie befindlichen Klassischen Schriften der Familie Yang zugänglich gemacht wurden, war das "Yang-Familien-Tafelsilber" perfekt. Die Einschätzung von Yang Chengfu, mit ihm sei das Optimum der Langform erreicht und weitere Veränderungen würden zu einem Disaster führen, erhöhte noch den Nimbus des Einzigartigen - jedenfalls für Laien. Hinter den Kulissen erkennen Experten jedoch unschwer inszenierte Täuschung und Klitterung. In der Etikettierung "Traditional Tai Chi" liegt grundsätzlich die Gefahr von Irreführung  von Nicht-Fachleuten, die in gutem Glauben auf der Suche sind nach der Ursprünglichkeit der "wahren" oder "klassischen" Yang-Stil-Form. Seit der Veröffentlichung von Yang Chengfus frühen Fotos (ca. 1918) diskutiert man in der Wushu-Fachwelt die Vorteile und Nachteile von Abänderungen des traditionellen Yang-Stils. Auch heute noch rätseln in diesem Zusammenhang Verbände weltweit über Yang Chengfus Ausführung. Sie wird oft als befremdlich und überraschend eingestuft - kein Wunder, denn sie haben "nicht überlebt": Keine heutige Organisation, die ihr Tajiquan als "traditionell" einstuft, folgt dieser Variante. Warum das so ist, muß ungeklärt bleiben. Siehe dazu die Expertise des Dt. Taichi-Bundes. Diese deutsche Bundesvereinigung gilt manchen als "Zentral-Verband für das Yang-Chengfu-Taijiquan" und seine Distanzierung vom angeblichen "Traditional Yang Family Taijiquan (WorkgroupYang Chengfu Tai Chi Center) und Traditionelles Tai Chi Chuan / Traditional Tai Chi Chuan.

Traditionelles Tai Chi Chuan / Traditional Tai Chi Chuan

Siehe Taijiquan-Ausbildung Göttingen .

Qigong-Tai-Chi-Ausbildung Hannover

Dem DTB ist die Qualität seiner Trainer sehr wichtig. Durch spezielle Fortbildungen sind sie in der Lage, die Defizite "geschlossener Weltbilder" bei Anbietern schnell zu erkennen und zu beschreiben. Deren angebliche Kompetenz sollte man stets kritisch sehen - es fehlt häufig die wünschenswerte Expertise, Autorität und Glaubwürdigkeit. Dies gilt auch für die Region Hannover. Fakten spielen bei vielen Schulen keine entscheidende Rolle. Gerade bei Lehrerausbildungen wäre es falsch, "gefühlten Fakten" eine zu große Wichtigkeit einzuräumen! New-Age-Gurus und sekten-artige Glaubensgemeinschaften sind für das anspruchsvolle Thema m. E. keine empfehlenswerte Adresse. Weiterlesen: Qigong-Tai-Chi-Ausbildung Hannover.