Traditionelles Tai Chi Traditional Taijiquan

Tai-Chi-Prinzipien zur Entwicklung Innerer Energie

Die Prinzipien des Tai Chi Chuan sind ihre "Seele", ihr "Code" und ihre "DNA" in einem und ohne sie würde es die Kunst garnicht geben. Diese "Chinese-Martial-Arts-Internals" fristeten früher ihr Leben hinter dicken Wänden und wurden nur innerhalb der Familie als Geheimnis weitergegeben. Am bekanntesten sind Praktizierenden des Yang-Stils die Zehn Prinzipien in der Fassung von Yang Chengfu oder die veränderte Reihenfolge seines Sohnes Yang Zhenduo, wie er sie auf seinem Seminar in Hamburg und seinen amerikanischen Lehrvideos beschrieb. Der Hongkong-Zweig der Yang-Familie arbeitet noch mit der ursprünglichen Anzahl von dreizehn Prinzipien.

Für viele überraschend wurden die Prinzipien im Chen-Dorf, aus dem das Chen-Stil-Taijiquan kommt, nicht überliefert - und mehr noch: Sie waren dort gar nicht bekannt. Vielmehr hat sie erst die Wu-Familie einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Dies stützt die These von Dr. Langhoff, daß die Chen-Kampkunst gar kein Tai Chi war oder elegantere Formulierung, daß früher alle hochentwickelten Kampfkünste "Innere Kampfkünste" waren und nach diesen Prinzipien funktionierten, die man heute oft nur dem Tai Chi zubilligt.

Das gemeinhin "Tai-Chi Prinzipien" genannte "innere Regelwerk" ist natürlich auch ein "Qigong-Markenzeichen", denn schließlich geht es um die Lebensenergie "Qi" und wie man sie mit entsprechenden Übungen stärkt. Schon Yang Chengfu hatte auf diesen wichtigen Aspekt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hingewiesen. Doch gerade er hat durch seine Voreingenommenheit viel Falsches und Irreführendes in die Debatte eingebracht, das leider bis heute durch die "Fachwelt" geistert.

Traditionelles Tai Chi und Qigong dienten im alten China der Entwicklung Innerer Kräfte. Und bis heute bilden die "Essentiellen Punkte" die unverzichtbare "Grammatik". Dieses Prinzipien-Regelwerk scheidet richtiges Praktizieren von falschem. Doch es ist im Laufe der Zeit all zu vieles verloren gegangen, weil es als "Geheimlehre" nicht immer sorgfältig genug tradiert wurde. Auch findet man nur noch selten die magisch anmutende Finesse der "Inneren Verbundenheit", für die die Künste damals bekannt waren.

Beurteilung von Dr. Langhoff: "Die in den Klassikern gesammelten Regeln sind vage und schwer verständlich. Daher folgen Laien oft recht naiv auch den absurdesten Deutungen. Davor kann ich nur eindringlich warnen. Meine Beurteilung der "Essentials" ist im Laufe der Zeit wesentlich differenzierter und kritischer geworden. Ich nutze u. a. die Erkenntnisse von T. Threadgill und die Faszien-Forschung mit ihrem berühmten "Tenseqrity-Model". Den vielen "Yang-Chengfu-Glaubensgemeinschaften" kann ich nichts abgewinnen - sie disqualifizieren sich ja letztlich selbst, wenn sie "GLAUBEN-MÜSSEN" dem "WISSEN-WOLLEN" vorziehen. Ein offensichtlicher, ganz opportunistischer Punkt: Anders können sie nicht im Ranking aufsteigen (!)". Dies erklärt der bekannte DTB-Ausbilder hier: Tai Chi Prinzipien

Neue Forschung zu inneren Aspekten des Taijiquan und Qigong

Auf der Suche nach dem noch bestehenden, verborgenen Wissen rücken auch ins Ausland exportierte Übe-Systeme in den Fokus der Forscher. Die acht Nairiki-No-Gyo werden bezeichnet als "vom Himmel inspirierte Lehren Innerer Kraft". Haben sich aus China stammende Qigong-Systeme wie die japanischen "NAIRIKI" im engen Rahmen des "KORYU" vielleicht effektiver erhalten? Kann man sie in der Tai-Chi-Qigong-Ausbildung nutzen?

Bei der Diskussion über die "Wichtigen Punkte" fällt der sogenannte "Echo-Kammer-Effekt" auf. Kritische Argumente werden dabei kaum noch zur Kenntnis genommen - viele möchten offenbar lieber "ein bißchen besser träumen als aufzuwachen"! Der DTB eV hat mit seinen Nairiki-Forschungen eine Tür geöffnet, die offenen Taiji-Qigong-Lehrenden wertvolle Anregungen und Argumentationshilfen bietet. Man sollte sich durch "Social-Media-Mob-Rule" und "Echo-Chamber-Effect" nicht irremachen lassen, denn letzlich unterstützen nicht Fiktionen sondern Fakten-Treue die westlichen Standards der Erwachsenenbildung.

Die früher vorherrschende Auffassung, diese Art von "Qi" gäbe es in anderen, z. B. japanischen Kampfkünsten, nicht, wurde inzwischen mit sino-japanischen Forschungen eindeutig widerlegt. So gibt es in der Samurai-Kampfkunst Shindo Yoshin Ryu Jujutsu spezielle Übungen, die "Nairiki (Innere Kraft)" aufbauen. Sie stammen übrigens aus dem chinesischen Wushu. Quelle: Shindo Yoshin Ryu Jujutsu und Tobin E. Threadgill.

 Tai-Chi-Prinzipien / Tai-Chi-Essentials

Für Laien mögen die Taiji-Prinzipien eine Art Bibel darstellen, ein Gesetzbuch mit Vorschriften für die Methode der Stärkung der Inneren Kräfte. Der Fachmann erkennt zwischen den Zeilen allerdings eine Fülle von Ungeklärtem. DTB-Ausbilder Dr. Stephan Langhoff äußert sich zu diesem spannenden, höchst kontrovers diskutierten Thema. Der Yang-Stil-Experte empfiehlt allen Lehrern, sich nicht zufrieden zu geben mit einem oberflächlichen Wissen über die Prinzipien sondern diese aus übergeordneter Perspektive tiefer zu verstehen.

Chinesische Taiji-Meister werden nicht müde, die Wichtigkeit der zugrundeliegenden "Essentials" zu betonen. Sie beziehen sich dabei auf die chinesischen "Klassischen Schriften". Bekanntlich wurden sie für den Yang-Stil erstmalig von Schülern Yang Chengfus aufgeschrieben - mit ausführlichen Kommentaren des Meisters. Ob diese seine Meinung wiedergeben oder die der Autoren des Werkes ist heute wohl nicht mehr zu klären.

Die einhellige Meinung der Fachwelt ist, dass erst genaues Befolgen dieser Richtlinien zum Ziel führt - der Entwicklung Innerer Kraft "Qi". Sie betonen jedoch ein großes Problem: Die Vagheit der Gebote erschwert eine eindeutige Interpretation - und zudem kommen die Termini oft aus der "Wushu-Jargon", d. h. diese Fachsprache weicht von der Umgangssprache ab.

Der Bezug der Prinzipien zur "weichen, inneren Kampfkunst Tai Chi Chuan" wird am deutlichsten in den ältesten Dokumenten. Diese sogenannten "Salzladen-Handbücher (Saltshop-Manuals)" der Wu-Familie bildeten die Übungsgrundlage von Yang Luchan und Wu Yuxiang. Vieles spricht dafür, dass erst ihre Entwicklungsarbeit das Taijiquan entstehen ließ - es stammt eher nicht aus dem Chen-Dorf, denn das dortige Wushu setzte deutlich andere Schwerpunkte.

Die Tai-Chi-Prinzipien - was gilt und was nicht?

"Gutes Tai Chi" entsteht durch Befolgen der "Essentiellen Punkte" - das ist zwar die gängige Meinung im Yang-Stil, doch eine weitergehende Übereinstimmung besteht in der Fachwelt nicht. Schon die Frage, ob es sich um 13 oder nur 10 Prinzipien handelt, wird in den zerstrittenen Clans der Yang-Familie kontrovers diskutiert. Auch über die Zielsetzung der Leitlinien besteht nicht überall Konsens - ist es wirklich die Innere Kraft und ist die Entspannung wirklich lediglich die "Methode", wie Yang Zhenduo es gern betont

 Die zehn Tai-Chi-Prinzipien des Yang-Stils in unterschiedlicher Reihenfolge

Der Grund dafür, dass Yang Zhenduo eine eigene Reihenfolge erarbeitet hat, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich aus pädagogisch-didaktischen Gründen. Interessant ist, dass er später jedoch wieder die ursprüngliche Zählweise übernahm. Er kehrte jedoch nicht zu den ursprünglich dreizehn Prinzipien zurück sondern behielt die die auf zehn reduzierte Anzahl bei. Mehr zur Debatte hier: Tai Chi Prinzipien

Reihenfolgen: (A-Z, Yang Zhenduo, Yang Chengfu)

(1, 4, 2) Brustbein einbehalten - Rücken strecken

(2, 8, 6) Geisteskraft statt Körperkraft

(3, 7, 8) Inneres und Äußeres verbinden

(4, 1, 1) Kopf gerade aufrichten

(5, 6, 4) Leere und Fülle unterscheiden

(6, 9, 7) Oben und Unten verbinden

(7, 10, 9) Ohne Anfang und ohne Ende

(8, 2, 10) Ruhe in der Bewegung

(9, 3, 5) Schultern, Ellbogen, Handgelenke lockern

(10, 5, 3) Taille entspannen

Eine Analyse der unterschiedlichen Zählweisen zeigt Interessantes. So ist die ursprüngliche Anordnung sicher die "energetischere", während die neuere als didaktisch besser gelten kann. Beide Meister haben auf dem ersten Platz "Kopf gerade aufrichten". Auf Platz 10 hat Yang Chengfu "Ruhe in der Bewegung" und Yang Zhenduo "Ohne Anfang und ohne Ende". Quelle: www.prinzipien.tai-chi-verband.de.

 

 

 

 


YANG CHENGFU betonte in frühen Jahren 13 grundsätzliche Prinzipien, aus denen später 10 wurden. Es fielen folgende drei weg, ohne dass der Text der übrigen geändert wurde (!):

11) Das Qi sinkt in das Dantian

12) Absicht und Qi interagieren

13) Bewegung und Stillstand sind verbunden

Review: Tai Chi Ausbildung Berlin Köln Kiel Siegen Bremen

Tai Chi Ausbildungen sind für DTB-Geschäftsführer Dr. Stephan Langhoff allzu oft intransparente Mixturen. Der Experte beschreibt die gegenwärtige Situation: Tai Chi Ausbildung Berlin Köln Kiel Siegen Bremen. Netzwerk NOrD: Lübeck Kiel Tai Chi Ausbildung, Tai Chi Qigong Ausbildung Bremen und Bremen Ausbildung Tai Chi Qigong.

Netzwerk MITTE jetzt mit neuer Verbände-Kooperation für ZPP-Qualifizierung Prävention: Tai Chi Ausbildung Dortmund-Essen-Duisburg